Das Unternehmen Wilkhahn

 

Mit Konsequenz und Kontinuität international erfolgreich

Wie kaum ein anderer Möbelhersteller steht Wilkhahn weltweit für „Design made in Germany“: mit hochwertigen Büro- und Konferenzeinrichtungen, die Benchmark für die gesamte Branche sind. Schon vor 60 Jahren hatte sich das Unternehmen dem Ziel verschrieben, bessere Gebrauchsqualität, dauerhafte Formgebung und Langlebigkeit zu verbinden. Meilensteine wie der Bürostuhl-Klassiker ”FS-Linie”(1980), der Confair-Falttisch (1994), der Bürostuhl Modus (1994) oder der Kufenstuhl Aline (2004) haben die Büroentwicklung geprägt. Jüngste Beispiele für wegweisende Innovationen sind der Universalstuhl Chassis oder der dreidimensional bewegliche ON, der bei führenden Experten als derzeit bester Bürostuhl der Welt gilt.

Auch mit seiner sozial-ökologischen Ausrichtung setzt Wilkhahn Maßstäbe: Der deutsche Umweltpreisträger hat mit Frei Otto und Thomas Herzog gebaut und praktiziert seit über 20 Jahren aktive Umweltverantwortung. Neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen erhielt der ON-Bürostuhl auch den Bundespreis eco design.

 

Architektur

Erschreckend viele Menschen leben und arbeiten in Gebäuden, zu denen ihnen jede innere Beziehung fehlt. Wie sollen aber in einer entfremdeten, unmenschlichen Umgebung gebrauchsfreundliche, harmonische Produkte entstehen? Eine Fabrikationshalle kann mehr sein als eine mit Wellblech überdachte Maschine. Mit Frei Otto und Thomas Herzog konnten wir herausragende Architekten für unsere Firmenarchitektur gewinnen.

Produktionshallen von Thomas Herzog

"Wir müssen mit der Natur bauen - nicht gegen sie" (Thomas Herzog)

8000 Quadratmeter überbauter Raum - und dennoch vermitteln die Produktionshallen von Thomas Herzog einen leichten, fast schwebenden Gesamteindruck. Zwischen vier weit aufragenden Holz-"Böcken" sind drei verglaste Hallenfelder abgehängt, gekreuzte Stahlzugstangen machen die Hängekonstruktion nach außen sichtbar.

Ein trotz seiner Größe äußerst feingliedriger Bau, der auch ökologisch bis ins Detail durchkonzipiert ist: Spezielle Glasfronten zum Wärmeschutz, ein weitgehend natürliches Lüftungssystem, eine Solarstrom-Anlage, begrünte Dächer als Klima- und Regenwasserpuffer setzen Maßstäbe für umweltbewusstes Bauen.

Pavillons von Frei Otto
Frei Otto wurde als Architekt des Münchener Olympiaparks auch über die Fachwelt hinaus bekannt. Als 1987 die Produktionsfläche bei Wilkhahn erweitert werden sollte, entwarf er Gebäude für die Näherei und Polsterei. Statt einer herkömmlichen Fabrikhalle entstanden 4 Pavillons mit einer leichten Zeltdachkonstruktion aus Holzhängestäben.

Die aus organischen Strukturen abgeleiteten Formen fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Das Innere ist freundlich, hell und bietet ein beneidenswertes, produktives Arbeitsklima. Die mehrfach preisgekrönten Bauten gelten weltweit als Musterbeispiele einer human orientierten Industriearchitektur.

 

Die 50er und 60er Jahre. Inspiriert vom Bauhaus

Die 50er und 60er Jahre waren die Zeit der „Architektenstühle“ bei Wilkhahn. Namen wie Jupp Ernst, Roland Rainer, Hans Bellmann, Walter Papst, Herbert Hirche und Georg Leowald standen für die neue, designorientierte Ausrichtung des Unternehmens, die auf den Prinzipien des Deutschen Werkbundes, des Bauhaus und der HfG Ulm fußte. Da lag es nahe, dass Leowald und Hirche auch mit den anstehenden Bauaufgaben des dynamisch wachsenden Unternehmens betraut wurden.

Beispielhaft ist das Verwaltungsgebäude (1960) von Herbert Hirche, das als sichtbares Betontragwerk mit ausgefachter Klinkerfassade konzipiert ist. 

 

Unternehmengeschichte

 
1907

Die Anfänge von Wilkhahn

Friedrich Hahne und Christian Wilkening gründen in Eimbeckhausen bei Hannover eine Stuhlfabrik. Die Namen der beiden Gründer bilden später den Firmennamen: Wilk-hahn. Aus dem Holz der umliegenden Wälder entstehen qualitätvolle Stühle aus massiver  Buche. Noch unterscheidet sich der Betrieb nicht wesentlich von den ca. 100 anderen kleinen und mittleren Stuhlfabrikationen der Region.

 
1946

Aufbruchstimmung

Fritz Hahne und Adolf Wilkening übernehmen die Stuhlfabrik ihrer Väter. Die Geschäfte gehen gut, damit wollen sich die beiden jedoch nicht zufrieden geben. Sie suchen nach neuen gestalterischen Wegen. Finden Kontakt zu Walter Heyn, dem Leiter der Deutschen Werkstätten, zu Gestaltern wie Georg Leowald und Herbert Hirche, die aus der Tradition des Bauhauses und des Werkbunds heraus arbeiten. Was damals noch niemand wissen konnte, diese Experimentierfreude sollte sich später auszahlen. Vom regionalen Handwerksbetrieb zum international agierenden Unternehmen, das Geheimnis ist einfach: Erfolg durch Design.

 
1950

Beim Bauhaus in der Schule

In den 50er Jahren kann das Unternehmen mit Herbert Hirche, Georg  Leowald, Roland Rainer, Jupp Ernst und Helmut Lohmeier herausragende  Gestalter für sich gewinnen. Wilkhahn wird zum Pionierunternehmen im deutschen Industriedesign, experimentiert mit neuen Werkstoffen und findet zu seiner ganz eigenen Formensprache. Puristische Möbel entstehen, deren Form streng aus der Funktion entwickelt werden. Einige davon schreiben Design-Geschichte.

 
1960

Wahrhaftigkeit

In enger Zusammenarbeit mit der Ulmer Hochschule für Gestaltung entstehen im wahrsten Sinne des Wortes revolutionäre Produkte. Die "Jungen Wilden des Industriedesign" loten die politische Dimension der Gestaltung aus. Dem Konsumwahn und der formalen Beliebigkeit wird die gesellschaftliche Verantwortung der Designer und die Moral der Dinge  entgegengesetzt. Eine These aus dem Gründungsmanifest der "Ulmer" hat sich auch Wilkhahn auf die Fahnen geschrieben: "Ziel ist es, dauerhafte Güter zu produzieren, die Gebrauchsfähigkeit zu erhöhen und die  Verschwendung zu reduzieren."

 
1970

Neue Impulse durch Design

Die 70er Jahre standen im Zeichen der Professionalisierung, insbesondere des Designmanagements. Die Basis für den Erfolg im Bereich Büroarbeitsstühle war das Bürostuhlprogramm 232 von Wilhelm Ritz. Der heute als Designikone heiß begehrte Klassiker mit der zweigeteilten Sitzschale und dem markanten Drehgelenk eroberte im Sturm die Verwaltungen und Kassenhallenarbeitsplätze, insbesondere bei Finanzinstituten und Versicherungen, die sich zu dieser Zeit ein modernes Erscheinungsbild geben wollten. Und Wilkhahn machte von sich reden, indem es unter dem Leitbegriff „Soziale Gerechtigkeit“ eine Gewinnbeteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einführte.

 
1980

Sitzen ohne Führerschein

Nach intensiven ergonomischen Studien und Versuchsreihen entwickeln Klaus Franck und Werner Sauer einen neuen Büro-Drehstuhl. Die FS-Linie setzt das Prinzip des Bewegungssitzens konsequent um, noch lange bevor dessen Bedeutung in seiner ganzen Tragweite erkannt wurde. Statt der hochgerüsteten "Sitzmaschinen", mit Hebeln, Rädern und Einstellknöpfen, gibt es nun einen Stuhl, der sich ohne aufwändige Voreinstellungen flexibel der Körperhaltung anpasst und zur Bewegung animiert. Stühle der Serie  wurden bislang weltweit über 2 Millionen mal verkauft und sind noch heute im Programm.

 
1990

Ökologischer Wandel

Wilkhahn wird seinem Vorreiterstatus auch im Umweltbereich gerecht: Die 1993 fertig gestellten Produktionshallen von Thomas Herzog gelten weltweit
als Musterbeispiel für ästhetisches und zugleich umweltverträgliches Bauen. Der Drehstuhl "Picto" - aus sortenrein gekennzeichneten und vollständig zerlegbaren Einzelteilen montiert - wurde 1995 als erster Bürostuhl der Welt mit dem Umweltprädikat der niederländischen Stiftung Milieukeur   ausgezeichnet.

 
1997

Arbeitsformen im Wandel

Internet, Start up, Teamarbeit, Selbstorganisation, lernende Gesellschaft, Konferenztechniken: Das sind die Schlagworte einer Arbeitswelt, die in einen revolutionären Bewegungsschub geraten und seither nicht mehr zum  Stillstand gekommen ist. Bei Wilkhahn entsteht die Produktentwicklung aus einer umfassenden Analyse moderner Arbeits- und Kommunikationsformen. Als Ergebnis entstanden u.a. die Einrichtungsprogramme Confair und Conrack, die Raum geben für Kreativität  und Wandel, zum Denken, Arbeiten und Leben, für  Gruppen und Individuen.

 
1999

Ein Lebenswerk

Fritz Hahne erhält den Bundespreis "Förderer des Design". Die vom Rat für Formgebung verliehene Auszeichnung ehrt Personen, die sich um den Stellenwert des Design in Deutschland verdient gemacht haben. Der Jury-Vorsitzende Dr. h. c. Dieter Rams: "Die besondere Leistung Fritz  Hahnes liegt darin, dass er immer wieder gezeigt hat, dass gute  Produktgestaltung, beste Produktqualität, soziale Verantwortung und ökologisches Bewusstsein in einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen verwirklicht werden können."

 
2000

EXPO 2000

Unter dem Motto Mensch – Natur – Technik  präsentiert die Expo 2000  Szenarien für eine mögliche Zukunft an der Schwelle zum neuen  Jahrtausend. Unser Beitrag: "Zukunft der Arbeit im Spannungsfeld Mensch, Natur, Technik und Markt" – eine Sonderausstellung der Expo in Kooperation mit dem DGB, der AOK, der Deutschen Arbeitsschutz Ausstellung und dem Institut für Arbeit- und Sozialhygiene.

 
2001

Internationalisierung und Unternehmensverantwortung

Die 1999 in Sydney gegründete Tochtergesellschaft Wilkhahn Asia Pacific entwickelt sich zur erfolgreichen Basis für den Ausbau der Märkte in Australien und Asien. Gleichzeitig wird das Verständnis von ganzheitlicher Verantwortung auch strukturell verankert: Nachdem Wilkhahn als eines der ersten mittelständischen Unternehmen in Deutschland zur EXPO 2000 einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht hatte, wird es als erstes Unternehmen in Niedersachen nach dem Europäischen Management and Audit Scheme 2 (EMAS 2) zertifiziert. 

 
2007

Wilkhahn 100+

Das 100jährige Gründungsjubiläum wird ganz unter das Zeichen Zukunft gestellt. Neben der großen Feier gibt es einen Kongress, bei dem wegweisende Themen wie Innovation, Ökologie und soziale Verantwortung diskutiert werden. Der Beitritt zum Global Compact unterstreicht den Anspruch, auch international Verantwortung zu übernehmen. Das Unternehmen wird mit „Conference. Excellence“ als einer von“ 365 Orten im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Mit dem „Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume“ macht Wilkhahn seine Kompetenz für das Geschäftsfeld Konferenz der Öffentlichkeit verfügbar.

 
2009

ON mit Trimension – die neue Dimension für gesundes Bewegungssitzen

Nach fünf Jahren Forschung und Entwicklung, unter anderem mit der Deutschen Sporthochschule in Köln, bringt Wilkhahn das Bürostuhlprogramm ON auf den Markt. Herzstück ist die patentierte Weltinnovation Trimension, eine dreidimensionale Kinematik, mit der Wilkhahn dem Sitzen gleichsam das „Laufen“ beigebracht hat. Der entscheidende Mehrwert: Der Körper bewegt sich intuitiv deutlich vielfältiger und häufiger als bei konventionellen Bürostühlen, gleichzeitig wird der Körper in jeder Position entspannt im Gleichgewicht gehalten. Der Bürostuhl ON mit Trimension entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit zum neuen Benchmark für gesundes Bewegungssitzen.

 
2012

Energieversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen

Die Nutzung alternativer Energiequellen begann bereits 1992 mit dem ersten Photovoltaik-Dach bei den neuen Fabrikhallen. 2008 folgte ein Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärmekopplung, das mit Pflanzenöl betrieben wird. Jetzt wird zusätzlich Solarthermie genutzt und es erfolgt der Anschluss an das Fernwärmenetz einer benachbarten Biogasanlage. Damit wird der gesamte Energiebedarf zu über 50 Prozent aus nachhaltigen Energieträgern gedeckt. Zur ökologischen Ausrichtung passt auch die Verleihung des Bundespreises Öko-Design an den Bürostuhl ON. Abb. BHKW

 
2015

Dynamic Office – Wilkhahn bringt noch mehr Bewegung ins Büro

 

Wilkhahn Philosophie

Umweltbewusstsein und Mitarbeiterführung

Zusammenhänge herstellen. Wach sein. Neugierig bleiben. Wir haben nie an die reine Form geglaubt: Wer Möbel oder Räume gestaltet, gestaltet seine Umwelt und die Beziehung der Menschen miteinander. Ästhetik hatte für uns immer auch eine ethische Dimension. Seit Jahren gehen wir deshalb beständig neue Wege in der Gestaltung, seit Jahren üben wir uns in einem partnerschaftlichen, verantwortungsvollen Umgang. Mit der Natur, unseren Mitarbeitern und der Technik, die wir einsetzen.

Wie sich Produkte auf die Umwelt und unsere Alltagskultur auswirken, wird in hohem Maße durch ihr Design bestimmt. Der Bundespreis ecodesign zeichnet deshalb Produkte und Konzepte aus, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch überzeugen. Im November wurde er erstmalig verliehen – unter anderem dem Bürostuhl ON®. Die Auszeichnung würdigt ausdrücklich seine hervorragenden Umwelteigenschaften, aber auch den Innovationsgehalt und die Gestaltungsqualität.

Umwelt

 

„Im Zweifelsfall hat der ökologische Aspekt einen höheren Stellenwert als schneller Gewinn.“ Aus dem Grundsatzpapier des Verwaltungsrates 1989.

Mit Picto, dem ersten vollständig recyclebaren Bürodrehstuhl, erbrachten wir 1992 den Beweis, dass man innovative Produkte ökologisch konzipieren und produzieren kann. Als Vordenker demonstrieren wir unsere Innovationskraft auch im Umweltbereich:
Im Einsatz umweltgerechter Materialien, mit einem ausgereiften Mehrwert-Verpackungssystem, bei der Abfallentsorgung oder bei der Verwendung lösungsmittelarmer Lackierungen. Belohnt wurden wir für dieses Engagement mit zahlreichen.

Mitarbeiterführung
„Keine Anweisung ohne Begründung“

Mit diesem Satz gab Fritz Hahne schon früh den Umgangston vor. Entscheidungen werden bei Wilkhahn durch Argumente legitimiert und nicht durch Hierarchien. Eine solche Unternehmenskultur bringt starke, selbstbewusste Individuen hervor, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren können und mit ganzem Herzen bei der Sache sind. Ein angenehmer Nebeneffekt: zahlreiche internationale Auszeichnungen für unser sozialökonomisches Engagement.